Auf Šafáriks Spuren
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Blick auf Kobeliarovo und das Slowakische Erzgebirge
Gemer · Slowakisches Erzgebirge

Kobeliarovo, Geburtsort von Pavol Jozef Šafárik

Im ehemaligen evangelischen Pfarrhaus in der Dorfmitte wurde am 13. Mai 1795 der Dichter, Historiker und Begründer der wissenschaftlichen Slawistik geboren. Entdecken Sie seine Geschichte, die frühgotische Kirche und die Natur des Erzgebirges.

Pavol Jozef Šafárik
Pavol Jozef Šafárik1795 – 1861

Blick auf Kobeliarovo und das Slowakische Erzgebirge

Das Gedenkhaus ist vorübergehend geschlossen. Laut Gemeinde ist das Gedenkhaus P. J. Šafárik seit Februar 2026 wegen einer umfassenden Sanierung bis auf Weiteres geschlossen. Bitte fragen Sie vor der Reise beim Gemeindeamt nach: +421 58 795 12 43.

13. 5. 1795Geburt in Kobeliarovo
1466erste urkundliche Erwähnung
461 mHöhenlage des Dorfes
18 kmvon Rožňava
Leben

Vom Pfarrhaus zur Prager Universitätsbibliothek

Er wuchs in Gemer auf, studierte in Kežmarok und Jena, lehrte in Novi Sad und schuf sein Hauptwerk in Prag.

Kindheit und Studium

  1. 1795
    Kobeliarovo

    Am 13. Mai als Sohn des evangelischen Pfarrers Pavol Šafárik geboren, der aus Štítnik stammte.

  2. 1805–1808
    Rožňava

    Untergymnasium.

  3. 1808–1810
    Dobšiná

    Gymnasium.

  4. 1810–1814
    Kežmarok (Käsmark)

    Evangelisches Lyzeum. Hier begann er zu schreiben; 1814 erschien in Levoča die Sammlung Tatranská múza s lýrou slovanskou.

  5. 1815–1817
    Jena

    Studium: Geschichte, Philologie, Philosophie und Naturwissenschaften. Aus dem Dichter wird ein Gelehrter.

Bratislava und Novi Sad

  1. 1817–1819
    Bratislava (Pressburg)

    Hauslehrer in Bürgerfamilien. Mit František Palacký veröffentlicht er Počátkové českého básnictví (1818).

  2. 1819–1833
    Novi Sad (Neusatz)

    Direktor und Professor am serbisch-orthodoxen Gymnasium. Sammelt Volkslieder und veröffentlicht 1826 seine Geschichte der slawischen Sprachen und Literaturen.

Prag

  1. 1833
    Prag

    Umzug nach Prag. Redakteur der Zeitschrift Světozor und später der Zeitschrift des Böhmischen Museums.

  2. 1837
    Prag

    Die Slawischen Altertümer (Slovanské starožitnosti) erscheinen, 1842 folgt die Slawische Völkerkunde (Slovanský národopis).

  3. 1848
    Prag

    Direktor der Prager Universitätsbibliothek und außerordentlicher Professor für slawische Philologie.

  4. 1861
    Prag

    Stirbt am 26. Juni. Beigesetzt in Karlín; 1900 wurden seine Gebeine auf die Olšaner Friedhöfe überführt.

Dorfgeschichte

Sieben Jahrhunderte Kobeliarovo

Ein Bauern- und Bergbaudorf im Nordosten der Region Gemer. Die Menschen lebten von Landwirtschaft, häuslicher Leinenweberei und Bergbau.

  • Landwirtschaft
  • Häusliche Leinenweberei
  • Bergbau
1466erste Erwähnung
1203 haGemarkungsfläche
461 mHöhe ü. M.
515Einwohner (Gemeindeangabe)
Historische Fotografie, nachträglich koloriert
Historische Fotografie, nachträglich koloriert
  1. um 1300

    Die frühgotische Kirche entsteht, das älteste Gebäude des Dorfes.

  2. 14. Jh.

    Auf der Gemarkung entsteht die Bergbausiedlung Filipovo, 1362 als Phylyphaza verzeichnet. Mitte des 15. Jahrhunderts verödet sie.

  3. 1466

    Erste Erwähnung als Fekethepatak. Das Dorf gehört den Bebek von Štítnik, später den Andrássy.

  4. 1795

    Im evangelischen Pfarrhaus wird Pavol Jozef Šafárik geboren.

  5. 1828

    Eine Zählung verzeichnet 54 Häuser und 436 Einwohner.

  6. bis 1918

    Das Dorf gehört zum Komitat Gömör und Kleinhont. 1910 leben hier 344 Menschen.

  7. 23. 1. 1945

    Sowjetische und rumänische Truppen befreien das Dorf.

  8. 1978–1986

    Das ehemalige Pfarrhaus wird restauriert (1978–1983) und 1986 als Gedenkhaus P. J. Šafárik eröffnet.

  9. 2026

    560 Jahre seit der ersten Erwähnung und 165. Todestag Šafáriks. Das Gedenkhaus wird saniert.

Werk

Fünf Bücher, die man kennen sollte

Šafárik schrieb auf Slowakisch, Tschechisch, Deutsch und Latein. Sein Werk legte die Grundlagen der wissenschaftlichen Slawistik.

Šafárik auf einer Lithografie
Šafárik auf einer Lithografie
Levoča 1814

Tatranská múza s lýrou slovanskou

Die Tatra-Muse mit slawischer Leier: seine einzige Gedichtsammlung, geschrieben als junger Schüler in Kežmarok.

1818

Počátkové českého básnictví, obzvláště prozodie

Grundlagen der tschechischen Dichtkunst, gemeinsam mit František Palacký verfasst, über die Regeln des Verses.

1826

Geschichte der slawischen Sprache und Literatur nach allen Mundarten

Sein deutschsprachiges Überblickswerk, entstanden in Novi Sad.

Prag 1837

Slovanské starožitnosti

Slawische Altertümer: ein monumentales Werk über Herkunft und Frühgeschichte der Slawen.

Prag 1842

Slovanský národopis

Slawische Völkerkunde: ein Überblick über die slawische Welt seiner Zeit, ihre Völker und Sprachen.

Šafáriks Texte auf Slowakisch im Zlatý fond SME lesen →

Sehenswertes

Drei Stationen in Kobeliarovo

Das Dorf liegt im Slowakischen Erzgebirge. Alle drei Orte lassen sich zu einem kurzen Spaziergang verbinden.

Gedenktafel am Geburtshaus
Gedenktafel am Geburtshaus
Geschlossen – Sanierung

Gedenkhaus P. J. Šafárik

Das ehemalige evangelische Pfarrhaus, in dem Šafárik geboren wurde. 1978–1983 restauriert, seit 1986 Museum. Die Ausstellung zeigt Familie, Studium, die Jahre in Bratislava, Novi Sad und Prag, Handschriften und Erstausgaben.

Eintritt: Erwachsene 1 €, Kinder 0,50 €

Die evangelische Kirche in Kobeliarovo
Die evangelische Kirche in Kobeliarovo
Baudenkmal

Evangelische Kirche

Einschiffige frühgotische Kirche aus der Zeit um 1300–1310 mit vorgesetztem Turm. Der klassizistische Altar aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigt die Taufe Christi. Hier predigte Šafáriks Vater.

Innenbesichtigung bitte vorher vereinbaren.

Rast bei der Wanderung auf den Ždiarik
Rast bei der Wanderung auf den Ždiarik
Frühjahrsveranstaltung

Ždiarik

Der Hügel über dem Dorf. Jedes Jahr lädt die Gemeinde zur Wanderung auf den Ždiarik ein, früher unter dem Namen Auf den Spuren von P. J. Šafárik, danach gibt es Gulasch für alle.

Den Termin finden Sie in den Neuigkeiten auf kobeliarovo.sk.

Šafáriks Lebensweg

Ein Leben auf einer Karte

Die wichtigsten Orte, an denen Šafárik studierte, lehrte und forschte, in ihren tatsächlichen Entfernungen.

Tatra Tschechien Slowakei Ungarn Österreich Deutschland Polen Serbien Kroatien Rumänien Ukraine Donau Moldau Theiß Wien Budapest 1 Kobeliarovo 2 Kežmarok 3 Jena 4 · 7 Prag 5 Bratislava 6 Novi Sad 100 km N

Die Karte ist nach geografischen Koordinaten gezeichnet. Rožňava und Dobšiná liegen direkt neben Kobeliarovo. Auf dem Heimweg aus Jena machte er 1817 Station in Prag.

  1. 1
    Kobeliarovo 1795–1810

    Geburtsort; Schulen in Rožňava und Dobšiná.

  2. 2
    Kežmarok 1810–1815

    Lyzeum und erste Gedichte.

  3. 3
    Jena 1815–1817

    Universitätsstudium.

  4. 4
    Prag 1817

    Begegnung mit Dobrovský und Jungmann.

  5. 5
    Bratislava 1817–1819

    Hauslehrer; Freundschaft mit Palacký.

  6. 6
    Novi Sad 1819–1833

    Gymnasialdirektor.

  7. 7
    Prag 1833–1861

    Sein wissenschaftliches Hauptwerk.

Ausflüge

Ein Tag mit der Familie

Rund um Kobeliarovo liegen mehrere Sehenswürdigkeiten der Region Gemer. Kombinieren Sie sie zu einem Familienausflug.

Baudenkmal · Štítnik

Gotische evangelische Kirche

Wandmalereien aus dem 14. bis 16. Jahrhundert auf rund 200 m², einer der umfangreichsten Bestände der Slowakei. In Štítnik wurde Šafáriks Vater geboren.

Für Kinder · Slavošovce

Geburtshaus von Pavol Dobšinský

Museum des großen Sammlers slowakischer Märchen. Ein guter Halt mit Kindern.

Natur · Ochtiná

Aragonithöhle Ochtiná

Eine seltene Höhle mit Aragonitschmuck, Teil einer UNESCO-Welterbestätte.

Interaktiv · Rožňava

Bergbaumuseum und Zentrum Sentinel

Interaktives Zentrum zu Bergbau und Natur in Gemer, in der Šafárikova-Straße. In der Saison fährt eine kleine Grubenbahn.

Schloss · Betliar

Schloss Betliar

Herrenhaus mit Originaleinrichtung und großem Park, etwa 7 km von Rožňava.

Routenvorschlag

Vormittags Kobeliarovo (Kirche und Geburtshaus von außen), danach die gotische Kirche in Štítnik, dem Geburtsort von Šafáriks Vater. Nachmittags die Aragonithöhle Ochtiná oder das interaktive Zentrum Sentinel in Rožňava.

Öffnungszeiten von Höhle, Kirchen und Museen ändern sich je nach Saison. Bitte vorher prüfen.

Für Kinder und Eltern

Wussten Sie schon…

Šafárik schrieb seinen Namen auf verschiedene Weise: Safáry, Šafařík und Šafárik. Auf Deutsch hieß er Paul Joseph Schaffarik.

Auf Ungarisch heißt Kobeliarovo Kisfeketepatak, früher Feketepatak, also Schwarzer Bach. 1466 wurde es als Fekethepatak verzeichnet.

Als Schüler in Kežmarok tanzte er nach eigenen Worten nur einen Winter lang, und zwar wie ein junger Bär.

Seit 1959 trägt die Universität in Košice seinen Namen.

Sein Vater wurde in Štítnik geboren und war dort Lehrer, bevor er nach Kobeliarovo kam.

Über seinem Grab in Prag steht der originale Sandsteinsarkophag mit einer altserbischen Inschrift.

Die Pavol-Jozef-Šafárik-Universität in Košice trägt seit 1959 seinen Namen
Die Pavol-Jozef-Šafárik-Universität in Košice trägt seit 1959 seinen Namen
Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Wo wurde Pavol Jozef Šafárik geboren?

Er wurde am 13. Mai 1795 in Kobeliarovo im Bezirk Rožňava in der Ostslowakei geboren, im ehemaligen evangelischen Pfarrhaus. Heute befindet sich dort das Gedenkhaus P. J. Šafárik.

Warum ist Šafárik bedeutend?

Er war Dichter, Historiker, Sprachforscher und Ethnograf und Begründer der wissenschaftlichen Slawistik. Seine Hauptwerke sind die Slawischen Altertümer (1837) und die Slawische Völkerkunde (1842). Seit 1959 trägt die Universität in Košice seinen Namen.

Ist das Gedenkhaus P. J. Šafárik geöffnet?

Seit Februar 2026 ist es wegen einer umfassenden Sanierung bis auf Weiteres geschlossen. Den aktuellen Stand erfahren Sie beim Gemeindeamt Kobeliarovo: +421 58 795 12 43.

Wie komme ich nach Kobeliarovo?

Das Dorf liegt 18 km nordwestlich von Rožňava, etwa 6 km abseits der Straße Rožňava – Dobšiná. Das Gedenkhaus liegt bei 48.7445° N, 20.3694° E.

Wo ist Šafárik begraben?

Er starb am 26. Juni 1861 in Prag. Er ruht auf den Olšaner Friedhöfen (I. Allgemeiner Friedhof, Abteilung 3, Grab Nr. 1), wohin seine Gebeine 1900 aus Karlín überführt wurden.

Was lohnt sich in der Umgebung?

Im Dorf die frühgotische evangelische Kirche und die Wanderung auf den Ždiarik. In der Umgebung die gotische Kirche in Štítnik, das Geburtshaus von Pavol Dobšinský in Slavošovce, die Aragonithöhle Ochtiná (UNESCO), Bergbaumuseum und Zentrum Sentinel in Rožňava sowie Schloss Betliar.

Praktische Informationen

Sie planen einen Besuch?

Status
Geschlossen – Sanierung seit Februar 2026
Adresse
Gedenkhaus P. J. Šafárik
049 23 Kobeliarovo, Bezirk Rožňava, Slowakei
Lage
18 km nordwestlich von Rožňava, etwa 6 km abseits der Straße Rožňava – Dobšiná.
48.7445° N, 20.3694° E · In Karte öffnen
Eintritt
Erwachsene 1,00 €, Kinder 0,50 €
Kontakt
Gemeindeamt Kobeliarovo
+421 58 795 12 43
obec@kobeliarovo.sk
Besuche
Nach Vereinbarung zu den Amtszeiten:
Mo–Do 7:00–15:30, Fr 7:00–12:30
Wochenende
Besuche am Wochenende bitte vorher per E-Mail vereinbaren:
starosta@kobeliarovo.sk
Grab in Prag
Olšaner Friedhöfe (Olšanské hřbitovy), I. Allgemeiner Friedhof, Abteilung 3, Grab Nr. 1. Straßenbahnhaltestelle Olšanské hřbitovy.

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